Evaluierung des Radverkehrsnetzes NRW durch den ADFC NRW

Im Jahr 2005 wurde der ADFC NRW durch das Verkehrsministerium mit einer Bewertung und Erfolgskontrolle des RVN NRW betraut. Ziel dieser Untersuchung war die Beantwortung folgender Fragen:

  • Wie wird die Qualität des RVN NRW von den Nutzern beurteilt?


  • Ist das RVN NRW ein geeignetes Instrument zur Förderung des Radverkehrs in NRW?


  • Bewirkt das RVN NRW Änderungen im Mobilitätsverhalten der Radfahrer?

Zu diesem Zweck wurde in ausgewählten Kreisen und Städten des Landes in den Jahren 2005 und 2006 eine repräsentative Befragung von Radfahrern durchgeführt. Ergänzt wurde die Untersuchung durch Experteninterviews.

Die Befragung der Radfahrer wurde in Kreisen durchgeführt, in denen das Netz bereits installiert war. Um mögliche Wirkungen des RVN NRW auf die Nutzung des Fahrrades erfassen zu können, erfolgte darüber hinaus eine Vorher-/Nachher-Befragung an Standorten, an denen die Installation des RVN NRW erst im Laufe der Untersuchung vorgenommen wurde.

Es wurden insgesamt 3.725 Radfahrer befragt, davon 1.752 in Kreisen und Städten, in denen die Wegweisung bereits installiert war. 1.105 Befragte fuhren in Kreisen und Städten, in denen die Beschilderung noch nicht existierte. Weitere 868 wurden an den gleichen Standorten in einer zweiten Erhebungswelle kurz nach der Installation des Radverkehrsnetzes befragt.

Wesentliche Ergebnisse der Untersuchung
  • Im Wesentlichen wird das Fahrrad aus sportlichen Gründen und gesundheitlichen Aspekten gewählt. Darüber hinaus wurden sehr häufig die praktischen Vorteile Geschwindigkeit und Zeitersparnis genannt.
  • Das RVN NRW wird auch für längere Distanzen gewählt, nahezu 2/3 der Befragten fuhren an diesem Tag mehr als 8 km.
  • Die Radfahrer sind auf dem RVN NRW zu gleichen Teilen sowohl zu Alltags- (Arbeit, Einkaufen etc.) als auch zu Freizeitzwecken (Erholung, Sport etc.) unterwegs.
  • Durch die Nutzung des RVN NRW lernen die Radfahrer auch neue Routen kennen oder haben ihre bisherige Routenwahl durch eine Attraktivere ersetzt.
  • Die Qualität des RVN NRW wird außerordentlich gut beurteilt. Nahezu 90 % der Befragten empfinden das Radfahren auf den Strecken des Netzes als angenehm, können die Schilder während der Fahrt erkennen, lesen und die zu wählende Richtung ableiten.
Erfolge des Radverkehrsnetztes NRW

Die Vorher-Nachher-Untersuchung zeigt, dass das RVN NRW eine Änderung im Mobilitätsverhalten bewirkt: Es konnte ein Anstieg der Kilometerleistungen und der Fahrradnutzung registriert werden, die Befragten fuhren nach Installation der Wegweisung längere Strecken, und die Häufigkeit des Radfahrens hat leicht zugenommen.

Die Wegebeziehungen der Befragten sowie die Länge der durchschnittlich zurückgelegten Wege belegen, dass sich der Radverkehr nicht nur innerhalb der Gemeindegrenzen abspielt. Eine Wegweisung für den Radverkehr, die an den Gemeindegrenzen halt macht, ist demnach nicht zielgruppengerecht. Der Ansatz zur Installation eines landesweiten Radverkehrsnetzes ist somit folgerichtig.

Alle befragten Verantwortlichen in den Kreisen und Städten sind sich darüber einig, dass mit dem RVN NRW ein weiterer wichtiger Schritt zur Radverkehrsförderung in NRW getan wurde. Durch die Ausschilderung wurde erstmalig ein qualitativ hochwertiges landesweites Radverkehrsnetz geschaffen.

Download des Gutachtens

Alle Einzelheiten zur Untersuchung und weitere Ergebnisse und Empfehlungen entnehmen Sie bitte dem Abschlussbericht und dem Tabellenband des Gutachtens des ADFC.

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